Abgeschickt von Papoutsidis am 11 Dezember, 2009 um 09:09:24
Antwort auf: Re: Thalassämie beta minor und Schmerzmittel von Eliane Böhnke am 10 Dezember, 2009 um 17:13:16:
Sehr geehrter Herr Beith,
herzlichen Dank für Ihre Antwort. Danke auch an Frau Böhnke. Das ist natürlich herb für mich, da ich sehr gerne Espresso mit viel Milch und weißem Zucker trinke. Ebenso gern esse ich griechische Glyka. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich in meinem Blut einen erhöhten Eisengehalt habe und auch keine eisenhaltigen Medikamente einnehmen sollte (HbA2-Vermehrung und HbF-Erhöhung). Dies wurde in meiner Kindheit festgestellt. Gibt es dann Lebensmittel, die ich besser meiden sollte oder ist das im Essen enthaltene Eisen anders als das in Medikamenten?
Mir ist noch etwas zu den Schmerzmitteln eingefallen: Eine Thomapyrin Tablette enthält 250 mg Acetylsalicylsäure, 250 mg Paracetamol und
50 mg Coffein. Da in der vorigen Woche die Kopfschmerzen recht stark waren, hatte ich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen morgens und abends eine genommen. Wenn ich also Kaffee aufgrund des Koffeingehaltes meiden sollte, kann ich mir tatsächlich diese Konzentration als Auslöser vorstellen und nicht etwa wie mein Umfeld behauptet, z.B. Stress (den habe ich sonst auch :).
Herzlichen Dank
Beste Grüße
Konstantin Papoutsidis
: insbesondere mit der Folsäure kann ich gut mitreden. Die habe ich in meiner Schwangerschaft zu mir genommen und ich habe mich super gefühlt. Das schlappe Gefühl verschwand bei mir komplett (allerdings nur bei regelmäßiger Einnahme. Schmerztabletten vertrage ich übrigens auch sehr gut, insbesondere Ibuprofen (sogar 800er)haben bei mir keinerlei Nebenwirkungen.
: Lieber Herr Papoutsidis,
: : ich habe mich wegen Ihrer Anfrage bei Menschen, die in einer ähnlichen Situation wie Sie sind heute umgehört, auch im internationalen, englischsprachigen Forum ( www.thalforum.ca ) noch einmal eingehend nachgelesen, was Patienten dort berichten, und mit Dr. Ghanayem telefoniert. Von einer Unverträglichkeit oder Risiken für den Magen von Thalassämie minor Trägern ist nirgendwo bisher etwas bekannt.
: : Für die Ernährung gibt es allerdings durchaus einige Ratschläge.
: : Menschen mit der Erbanlage Thalassämie (egal, ob minor oder major) sollten Raffinadezucker, Weißmehlprodukte und Vollmilchschokoladenprodukte, Gebäck und Kuchen möglichst meiden.
: : Auf Kaffee und schwarzen Tee sollen sie ebenfalls möglichst verzichten. Fast genauso anregend wirkt als Ersatz Pfefferminztee, den man, wenn man möchte, mit etwas Honig oder Ahornsirup süßt.
: : Empohlen werden Vollkornprodukte, Zartbitter- oder Bitterschokolade, etwas mehr Salz (Meersalz) am Essen, rote Linsen (sehr guter Eisenlieferant), rotes Fleisch und Leber, 2 mal die Woche Seefisch (möglichst keinen aus Zuchten), elektrolytehaltige Getränke, eventuell Nahrungsergänzung mit Calzim, Magnesium und Zink sowie Folsäure (Vitamin B12).
: : Ansonsten ist das, was man in Deutschland als Mittelmeerküche bezeichnet, ein idealer Ernährungsfahrplan. Auf Chili brauchen Sie nicht zu verzichten. Das in diesen Schoten enthaltene Capsaizin unterstützt im Gegenteil Ihre Abwehrkräfte.
: : Sollten sie noch weitere Fragen haben, werde ich Ihnen die gerne beantworten.
: : Mit herzlichen Grüßen
: : Jürgen M. Beith